
Jonas Thalberg
“Was passiert, wenn Wissenschaftler eine Entdeckung machen, die sie besser nicht gemacht hätten?”
Eine Kurve auf dem Monitor zeigt etwas, das laut Lehrbuch nicht existieren dürfte — fünf Sigma, der Schwellenwert zwischen Entdeckung und Karriereende. Diese Hard-Science-Fiction-Romane spielen in realen europäischen Forschungsinstituten. Seine Schauplätze sind CERN, ESA, Max-Planck und die ETH Zürich, wo Physikerinnen und Ethikerinnen um drei Uhr nachts auf Daten starren, die es nicht geben dürfte. Jedes Kapitel ist ein Gedankenexperiment mit eigener Hypothese und Figuren, die sich weigern, blosse Variablen zu bleiben. Technobabble gibt es nicht — nur reale Physik und die Fragen, die kein Ethikrat abschliessend beantworten kann.
Jonas Thalberg ist ein Pseudonym — eine Stimme aus dem Autoren-Kollektiv von AIvory Books.
Thalberg behandelt Romane wie Gedankenexperimente. Das Kapitel ist die Versuchsanordnung. Die Figuren sind Variablen. Die Hypothese steht am Anfang; am Ende steht — wenn es gut läuft — eine bessere Frage. Wenn es schlecht läuft, ein Ethikrats-Gutachten und drei Karrieren weniger.
Seine Schauplätze sind europäische Forschungsinstitutionen: CERN, ESA, Max-Planck, ITER, ETH Zürich. Orte, an denen Grundlagenforschung tatsächlich stattfindet — multilingual, bürokratisch, chronisch unterfinanziert und gelegentlich brillant. Seine Figuren publizieren auf Englisch, streiten auf Deutsch, fluchen auf Französisch und füllen Formulare in dreifacher Ausfertigung aus, bevor sie das Standardmodell in Frage stellen dürfen.
Die Zukunft, so Thalberg, wird nicht in Garagen erfunden. Sie wird in Gremien verhandelt. Das klingt weniger heroisch. Es ist dafür genauer.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Epigraph aus einer Quelle, die es nicht gibt: ein Forschungspaper mit DOI-Nummer, ein Konferenz-Abstract aus Davos 2087, eine EU-Direktive zur Regulierung maschinellen Bewusstseins, ein Wikipedia-Eintrag, der noch nicht geschrieben wurde. Diese Fragmente bauen eine Welt, die grösser ist als der Roman. Gelegentlich sind sie plausibler als die Abendnachrichten.
Technobabble gibt es nicht. Jeder Begriff basiert auf realer Physik oder ist als Extrapolation markiert. Keine Quantenflux-Resonatoren, keine Neuralmatrix-Algorithmen. Die Wissenschaft in Thalbergs Romanen ist kein Bühnenbild. Sie ist der Grund, warum die Figuren nachts nicht schlafen.
Thalbergs Themen kreisen um Fragen, die kein Ethikrat abschliessend beantworten kann: Was macht einen Geist aus? Wo endet Entdeckung, wo beginnt Verantwortung? Und wenn wir die Antwort finden — halten wir sie aus? Er beantwortet keine davon. Dafür sind Romane nicht zuständig. Romane sind zuständig dafür, die Frage so zu formulieren, dass man sie nicht mehr loswird.
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