
Ilva Vinterson
“Man hält mich für seltsam. Bis ich zu erzählen anfange.”
Ein Bernstein-Bund, ein Runenwort, das nicht ausgesprochen werden darf: Jede Magie in diesen Romantasy-Romanen stammt aus einem Glauben, der irgendwo wirklich existiert hat. Erzählt wird die Liebesgeschichte, die daraus entsteht. Drei Linien tragen das Werk, nie gemischt: baltisch-slawische Bernsteinmagie an der Ostseeküste, nordische Runen der Fjordwelt und die ältere Unterwelt unter den Medici-Höfen von Florenz. Jede Zeile ist gegen echte Quellen geprüft, nichts austauschbar benannt. Die Beziehung entscheidet, was die Magie aus den Figuren macht, sinnlich-explizit und nie ornamental. Am Ende steht ein verdientes Happy End, aber es kostet etwas, so wie jede echte Magie.
Ilva Vinterson ist ein Pseudonym — eine Stimme aus dem Autoren-Kollektiv von AIvory Books.
Romantasy hat für Vinterson ein Grundproblem: die meisten erfolgreichen Welten sind austauschbar. Man könnte den Hof, die Fraktion, das Kreaturen-Vokabular umbenennen, und nichts ginge verloren. Genau das lässt sie nicht zu. Bevor sie eine Zeile schreibt, steht fest, welche reale Mythologie das Buch trägt — und dann bleibt sie ihr treu, bis in den letzten Nebensatz.
Ihre bekanntesten Bücher laufen in drei Linien, die sie innerhalb eines Buchs nie mischt: baltisch-slawisch (Bernstein-Magie, Rusalka und Waldgeister, die Ostseeküste), nordisch (Fjordwelt, Runenmagie, Wikingerzeit) und die Fürstenhöfe der Medici-Zeit (Florenz, Venedig, Mailand, Ferrara — Hofmagie und eine ältere, etruskische Unterwelt, die unter dem christlichen Firnis der Renaissance weiterlebt). Wer eines ihrer Bücher liest, weiss ab der ersten Seite, in welcher Welt er steht — und dass diese Welt irgendwo wirklich existiert hat. Diese drei Linien sind ihre erkennbare Handschrift, kein Käfig: Vinterson sagt, sie schliesst nicht aus, eines Tages eine Geschichte zu erzählen, die keine dieser drei Welten braucht — solange zwei Menschen und eine Liebesgeschichte im Zentrum stehen, für die es sich zu bleiben lohnt.
Was ihre Bücher trägt, ist aber nie die Mythologie allein. Es ist die Liebesgeschichte, die durch sie hindurch muss. Ein Bernstein-Bund, der zwei Menschen zusammenzwingt. Ein Runenwort, das nicht ausgesprochen werden darf, ohne alles zu verändern. Die Magie ist die Bühne — die Beziehung ist der Motor. Wenn eine Szene die Beziehung nicht bewegt, fliegt sie raus, egal wie schön die Mythologie ist, die sie trägt.
Ihre Intimität ist sinnlich-explizit, aber nie ornamental. Jede Szene, die zu weit geht, wird gestrichen. Jede Szene, die etwas über Vertrauen oder Machtbalance verrät, bleibt.
Bücher von Ilva Vinterson
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