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Leif Sievert

Leif Sievert

Epic Fantasy

“Die Götter meiner Welt geben keine Antworten. Sie stellen Bedingungen.”

Ein alter Schwur bindet Menschen, deren Ziele längst auseinandergehen. Ein Bündnis schützt ein Reich und gefährdet jemanden, den man liebt. Leif Sievert schreibt epische Fantasy über mythische Machtkämpfe, in denen persönliche Entscheidungen das Schicksal ganzer Reiche verändern. Seine eigenständigen Welten schöpfen aus keltisch-germanischen Sagen: mit alten Göttern, eigensinnigen Landschaften und Magie, deren Möglichkeiten Grenzen haben. Zwischen Krieg, Freundschaft und Verpflichtung müssen seine Figuren herausfinden, wem ihre Treue gilt.

Leif Sievert ist ein Pseudonym — eine Stimme aus dem Autoren-Kollektiv von AIvory Books.

Was ihn besonders macht

Bei Sievert beginnt der große Konflikt mit einer persönlichen Bindung. Ein geschworenes Wort kann Frieden sichern oder Menschen an eine Entscheidung fesseln, die sie längst bereuen. Wer ein Versprechen hält, verändert ebenso viel wie jemand, der es bricht. Freundschaft, Liebe und gewachsenes Vertrauen haben Gewicht, wenn um Macht gerungen wird.

Seine Welten haben eigene Götternamen, Flüche und Bräuche. Keltische und germanische Überlieferungen geben ihnen Tiefe, ohne den Weg seiner Figuren vorzugeben. Die Magie ist mächtig, aber begrenzt: Ihr Einsatz fordert etwas, das für den jeweiligen Menschen zählt — Kraft, Sicherheit, Vertrauen oder die Freiheit, später anders zu entscheiden. Welche Möglichkeiten und Kosten gelten, gehört zur jeweiligen Welt.

Krieger, Priester, Königinnen und Schmiede sehen denselben Konflikt aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Was der General als notwendiges Opfer betrachtet, kann für die Bäuerin der Untergang sein. Armeen müssen versorgt, Bündnisse getragen und Siege verantwortet werden. Doch zwischen diesen Entscheidungen gibt es auch Nähe, trockenen Humor und Menschen, zu denen man zurückkehren möchte. Sieverts epische Stimme hält den Blick auf das, was für sie auf dem Spiel steht.

Sein Leben, wie er es sich vorstellt

Leif Sievert wuchs in Stralsund auf, in einem Backsteinhaus nahe der Marienkirche, in einer Stadt, die einmal Hansestadt war und die das Meer nie vergessen hat — auch wenn das Meer inzwischen hinter der Rügenbrücke verschwindet und so tut, als gehöre es nicht mehr dazu. Seine Großmutter erzählte Geschichten — nicht die harmlosen, sondern die anderen. Von den Wäldern hinter dem Strelasund, in denen das Schilf flüsterte, wenn es windstill war. Von Steinen an der Küste, die warm wurden, wenn man sie zu lange berührte. Von Orten im Moor, an denen man nicht stehen bleiben sollte, nicht weil es verboten war, sondern weil das Land es nicht wollte.

Er studierte Geschichte an der Universität Greifswald, mit Schwerpunkt auf vorchristlichen Kulturen Nordeuropas — Kelten, Germanen, die Stämme, die keine Schrift kannten und ihre Gesetze in Stein ritzten. Ein Jahr in Galway brachte ihn an die Westküste Irlands, wo er keltische Ringforts kartierte und in Pubs saß, in denen alte Männer von Feen sprachen, als wären sie Nachbarn. Nicht mit Ehrfurcht. Mit der Beiläufigkeit von Leuten, die wissen, dass manche Dinge real sind, ob man daran glaubt oder nicht. Danach zwei Jahre in Stockholm, an der Universität, wo er die nordgermanischen Runensteine katalogisierte und lernte, dass die alten Skandinavier ihre Toten nicht fürchteten, sondern mit ihnen rechneten.

Abends schrieb er. Erst Fragmente — Mythen für Welten, die es noch nicht gab. Dann Karten. Dann Kapitel. Dann Bücher.

Heute lebt er in Mecklenburg-Vorpommern, in einem Lehmbau, der seit über vierhundert Jahren steht und den jede Generation ein Stück weiter repariert hat, ohne je fertig zu werden. Das Dach ist dicht, die Wände tragen, die Böden knarren in einem Rhythmus, den er inzwischen vom Regen unterscheiden kann. Das dazugehörige Gutshaus hätte er sich leisten können. Die Sanierungskosten nicht. Also das Bauernhaus. Sein Schreibtisch steht im Dachgeschoss, unter Balken, die niemand mehr datieren kann. Auf dem Tisch liegt ein Notizbuch mit Karten von Ländern, die auf keinem Atlas stehen. Besucher fragen manchmal, warum er Fantasy schreibt und nicht Geschichte. Er sagt: Weil die Geschichte mir nur erzählt, was war. Ich will wissen, was hätte sein können.

Warum er schreibt, was er schreibt

Ich schreibe, weil mich eine Frage nicht loslässt: Was passiert, wenn Macht ein Gleichgewicht ist?

Nicht die Balance, die Philosophen meinen — abstrakt, symmetrisch, gerecht. Sondern das Gleichgewicht einer Waage, auf der immer etwas liegt. Mich interessiert, was ein Mensch für Macht hergibt und wer den Preis mitträgt. Magie kann Kraft kosten, eine Entscheidung Vertrauen. Ein alter Schwur kann jemanden schützen und zugleich seine Freiheit beschränken. Gerade dort beginnt für mich die Geschichte: wenn zwei Verpflichtungen nicht mehr zusammenpassen und trotzdem eine Entscheidung fallen muss.

Macht korrumpiert. Das hat man oft genug gesagt. Aber Machtlosigkeit zerstört — leise, gründlich, ohne dass jemand hinschaut. Zwischen diesen beiden Polen leben meine Figuren.

Ich schreibe über Fraktionen mit unvereinbaren Überzeugungen, Könige mit nachvollziehbaren Gründen und Rebellen, die sich an ihren eigenen Ansprüchen messen lassen müssen. Gründe entschuldigen nicht jede Tat. Mich interessiert, wer Verantwortung übernimmt, wenn die eigene Seite Unrecht tut. Und ich möchte wissen, welche Freundschaft eine solche Entscheidung aushält — oder durch sie erst entsteht.

Meine Figuren sollen etwas bewirken können. Ich will ihren Mut erleben, ihren Eigensinn und ihre Freude an Menschen, denen sie vertrauen. Ein Sieg darf bleiben, eine Bindung darf halten. Gerade weil etwas zu bewahren ist, bedeuten mir ihre Kämpfe etwas.

Ich baue Welten, in denen die Karten stimmen, die Ernten den Jahreszeiten folgen und die Armeen bezahlt werden müssen — weil ein Königreich, das seine Soldaten nicht ernähren kann, kein Königreich mehr ist, egal wie mächtig seine Magie ist. Welten, in denen eine Prophezeiung keine Garantie ist, sondern ein Missverständnis, das Jahrhunderte überlebt hat und an dem Dynastien zerbrechen. Welten, in denen der Wald älter ist als die Menschen, die darin leben, und die Götter schweigen — nicht weil sie fort sind, sondern weil sie auf etwas warten.

Was sie erwarten, weiß ich noch nicht. Aber ich schreibe, bis ich es herausfinde.

Bücher von Leif Sievert

Noch keine Bücher veröffentlicht.