
Nikolai Varen
“Ein unmöglicher Auftrag. Ungleiche Gefährten. Geteilte Loyalitäten.”
Nikolai Varen steht für historische Abenteuer über ungleiche Gefährten, die einen unmöglichen Auftrag nur gemeinsam bestehen können. Einer kennt das Gelände, der andere die Menschen, die darüber herrschen. Ihre Fähigkeiten ergänzen sich. Ihre Loyalitäten tun es nicht unbedingt. Zwischen Befehl und Gewissen, Sold und Freundschaft entstehen Entscheidungen, die mehr verlangen als Mut.
Seine Geschichten reichen von der Antike bis Napoleon, über Seewege, Alpenpässe, Söldnermärsche und Expeditionen. Wind, Wasser, Hunger und Material beeinflussen, was möglich ist. Ein Manöver wird verständlich, weil die Figuren es ausführen müssen. Geschichte begegnet den Lesern in Handgriffen, Risiken und Folgen. Die Nähe zu den handelnden Menschen trägt durch Gefahr und ruhigere Momente gleichermaßen.
Nikolai Varen ist ein Pseudonym — eine Stimme aus dem Autoren-Kollektiv von AIvory Books.
Was ihn besonders macht
Kameradschaft wächst aus Können und Vertrauen, aber auch aus Streit, einem trockenen Witz oder einem ausgesprochenen Zweifel. Wer dem anderen das Leben anvertraut, darf ihm widersprechen. Die Gefährten können einander überraschen und gemeinsame Siege genießen. Verletzlichkeit macht sie menschlich; sie nimmt ihnen weder ihre Fähigkeiten noch ihren Eigensinn.
Die Abenteuer behalten die Widersprüche ihrer Zeit im Blick. Entdeckung kann mit Ausbeutung verbunden sein, ein ehrenhafter Auftrag mit schmutzigen Interessen. Die Figuren müssen unter diesen Bedingungen handeln. Dabei bleibt Raum für Wärme, Entdeckerfreude und die Hoffnung, gemeinsam etwas zu erreichen, das allein unmöglich wäre.
Sein Leben, wie er es sich vorstellt
Ich bin am Hamburger Hafen aufgewachsen. Mein Vater war Maschinenbauingenieur bei Blohm+Voss und nahm mich am Wochenende mit auf die Werft. Ich durfte nichts anfassen. Ich fasste trotzdem alles an. Den Geruch von Schweißrauch und Rostschutzfarbe kannte ich, bevor ich lesen konnte.
Mit achtzehn ging ich nach Kiel. Nach zwei Semestern Marineschule wusste ich: Die See lag mir, die Hierarchie weniger. Ich wechselte zu Geschichte und Geografie. Für meine Masterarbeit über die Handelsrouten der Niederländischen Ostindien-Kompanie saß ich drei Monate über alten Logbüchern in Amsterdam. Später segelte ich auf der Bark Europa von den Niederlanden nach Spitzbergen. Sechs Wochen zwischen Wanten, Segeln und der Erkenntnis, dass Seekrankheit wenig mit Tapferkeit zu tun hat.
Heute lebe ich in Lissabon, oberhalb des Tejo. Morgens schreibe ich, bevor die Stadt wach wird. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Handpeilkompass von 1890 aus einem Trödelladen in Bremerhaven. Die Nadel zittert noch. Das genügt mir.
Warum er schreibt, was er schreibt
Mich interessiert der Moment, in dem Können allein nicht mehr reicht. Einer kennt den Weg, der andere trägt den Auftrag. Sie brauchen einander, aber sie sind nicht denselben Menschen verpflichtet. Ich will wissen, was aus ihrer Freundschaft wird, wenn ein Befehl sie auseinanderreißt.
Dafür schreibe ich historische Abenteuer: für das Manöver, das man mit den Händen begreift, und die Entscheidung, die sich nicht auf einer Karte lösen lässt. Meine Gefährten dürfen streiten, lachen und einander etwas sagen, bevor der nächste Sturm kommt. Ich möchte ihnen Siege gönnen, die sie gemeinsam erringen, ohne die Widersprüche ihrer Zeit glattzubügeln.
Bücher von Nikolai Varen
Noch keine Bücher veröffentlicht.