Trüffelsuche

Trüffelsuche

Von Clara Beaumont

Zwei Trüffelbauern, ein Grundstück, siebzehn Jahre Schweigen

Verfügbar ab 1. November 2026

Eine Trüffel kann man teilen. Siebzehn Jahre Schweigen nicht.

Im Dezember findet Étienne Lachaud, verwitweter Trüffelbauer im französischen Périgord, die erste Trüffel nach zwei mageren Ernten, auf der Grenze zum Brachland neben dem Hof der Trüffelbäuerin Hélène Vaure. Einst waren sie Freunde, heute Konkurrenten. Er bietet ihr die Hälfte der Trüffel an. Sie lehnt ab.

Das Brachland soll an Käufer aus Paris gehen, deren Brunnen beiden Trüffelhainen das Wasser abgraben würde. Bis Ende März dürfen die Nachbarn an ihrer Stelle kaufen, doch allein kann es keiner bezahlen. Also bieten sie gemeinsam und arbeiten Seite an Seite: sie mit Feldbuch und Messsonde, er mit Pickel, Hundenase und Walnussbrot, das er angeblich zufällig für zwei eingepackt hat.

Die Geschichte hinter dem Buch

Ich wollte eine Liebesgeschichte schreiben, in der zwei Erwachsene ihr Leben schon geführt haben und trotzdem noch etwas voneinander lernen müssen. Das Périgord im Winter gab mir den Rahmen: Frost, Nebel, ein junger Hund mit feiner Nase, der Markt von Sarlat. Hélène misst alles, Étienne verlässt sich auf sein Gefühl, und jeder von beiden hält den eigenen Weg für den richtigen. Gesagt wird zwischen ihnen lange wenig, gezeigt wird dafür viel, an einem Küchentisch, mit Walnussbrot und Rührei mit Trüffel. Wer dieses Buch liest, bekommt einen warmen, trocken-witzigen Winter mit Menschen, die man gern an seinen Tisch einladen würde, und ein Ende, das man sich verdient hat.

Was Sie beim Lesen entdecken

Wer Trüffelsuche liest, erfährt nebenbei, wie ein Trüffelhain im Périgord im Winter bearbeitet wird. Ein junger Hund findet die Knolle unter der Eiche, die Erde wird zuletzt mit der Hand freigelegt, und eine Feuchtesonde zeigt, ob der Boden genug Wasser hält. Man lernt, woran man einen Trüffelplatz am kahlen Kreis um den Baum erkennt, warum auf Kalkboden das Wasser unter der Erde für einen Hain zählt und warum ein Baum auf der Grenze zweier Grundstücke nach alter Regel beiden Seiten gehört und das, was darunter wächst, geteilt wird.